Sonntag, 16. Mai 2010

Weekend

Ziemlich abgefahrene Sache, so ein Rechtsgeschichte-Seminar auf der Fachschafshütte am Gipfel des Schauninslands. Am Samstagmorgen sind wir da raufgefahren (ich musste extra die Lan früh abbrechen, um ausgeschlafen genug zu sein) und wir haben uns die ersten Vorträge angehört. Rein zufällig war unsere Nachbarseminargruppe in diesem Jahr keine versoffene und notgeile AnglistINNENtruppe, sondern einige andere Rechtsgeschichtler unter der Führung von Prof. Albrecht "Stone Face" Cordes aus Frankfurt, einem guten Freund von meinem Chef. Natürlich sind wir dann am Nachmittag auch gemeinsam auf den Schauinsland gewandert, obwohl es ununterbrochen regnete und der Nebel Sichtweiten von unter 10 Meter beschehrte. Nichtsdestoweniger waren wir auf dem Aussichtsturm und es war ein schön surrealistisches Gefühl, auf allen Seiten mitten ins Nichts zu blicken. Computerspielatmosphäre. 

Abends hat sich leider keine Nacht in Palermo - Runde gefunden, dafür habe ich eine Runde Wizard anleiern können, die auch die beiden Professoren einschloss. Natürlich waren auch sie begeistert (das Spiel kommt wirklich immer an!), zumal sie auch die vordersten Plätze belegten. Prof. Cordes hat sich seinen Nickname redlich verdient; sein erstes Spiel, und der Mann behält eisern die Ruhe, obwohl er bei drei Stichen noch einen Zauberer loswerden musste.

Nach Mitternacht lichteten sich die Reihen, bis gegen 2 Uhr nachts nur noch Philipp und ich übrig waren. Da ich unbedingt meine starke Taschenlampe zum Einsatz bringen wollte, haben wir uns noch auf den Weg ins 250 Meter entfernte "Giesstüble" gemacht. Philipp war schon gut dabei, ist dort gleich erstmal durch die Küche in den Schankraum spaziert und hat sich mit breitem bayrischem Dialekt und einer Runde für das ganze Haus bei der angetrunkenen Wirtin, ihrer Tochter und einigen Einheimischen eingekauft. Der Rest verlief im klassischen Sitcom-Stil, nach und nach tauchten weitere Bauern sowie eine waschechte Brasilianerin auf. 
Philipp schmiss eine Runde nach der anderen und der Running Gag war, dass er für die Tochter seinen BMW bot, einer der Einheimischen mit sieben Mulis dagegenhielt und sich die Wirtin nicht entscheiden konnte, wem sie den Zuschlag geben sollte. Ich würde gern einige der vielen denkwürdigen Zitate und Wortwechsel des Abends wiedergeben, die nicht allzu obszön waren oder weit über die Grenzen des guten Geschmacks tief unter die Gürtellinie zielten. Leider gab es sie nicht. Eine der harmloseren Passagen (gleichzeitig ein klassischer Opener für einen der Neuankömmlinge):

Wirtin: Hey, A. Und was bietest du mir für meine Tochter?
A.: Nichts.
W.: Warum?
A.: Ich hab sie doch schon gehabt. (Allgemeine Heiterkeit)

Gegen 4 Uhr haben vier den Rückzug angetreten und es sogar wieder ins Fachschaftshaus geschafft. Am nächsten Morgen ging es 9.00 Uhr weiter. Ich habe mich ganz wacker geschlagen, meinem armen Kommilitonen erging es da weniger gut. Aber der Abend hatte es wirklich in sich, ich habe soetwas noch nie erlebt und brauche es ehrlich gesagt auch so schnell nicht wieder. Aber witzig war es schon. Gut, dass ich mir die neue Adresse der Gastwirtschaft habe geben lassen, wo sie ab Oktober zu finden sein werden. Und dann schauen wir da vorbei, zum Weekend Reloaded! :-D

Jetzt geht's noch ab zum Sport und dann nen neuen Italiener direkt in unserer Nähe austesten. Wir lesen uns!

1 Kommentar:

  1. 1. Also wenn "Schauinsland" nicht mal n geiler Name für nen Berg ist, weiß ich auch nicht ^^
    2. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Anglistinnen u. U. sehr heiß sein können ... absolut nicht zu verschmähen xD
    3. Was ist Wizard?
    4. Wie geil muss das denn gewesen sein? =D ... Da wär ich gern dabei gewesen ^^

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